Stefanie Höll Temporary Setup

Stefanie Höll [79]
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«Bitte, noch einen Schmetterling!» «Du hast schon so lange nicht mehr die Jagd gelegt.» «Das musst du nun selbst können, Du hast doch oft genug zugeschaut.» «Nein, bitte! » Dann, mit einem schmerzlichen Schmunzeln legte er mir in der letzten Zeit die farbigsten, wildesten, ja, manchmal auch wütendsten Patiencen, flammend, einzigartig und ergreifend. Siezeigten die Tiefe des Kosmos, sie spiegelten die fliegenden Wolken und öffneten den Blick zu der dahinter gelegenen unendlichen, sich ständig verwandelnden Ordnung des Universums.

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Stefanie Höll [77]
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Und doch, irgendwann blieb ich mit meinen restlichen Tüten alleine, ich ließ sie stehen in der Hoffnung, er käme nochmal und würde mir die Welt erklären, Kaffee trinken und alles wäre wieder gut. Vielleicht käme er tatsächlich noch einmal vorbei, um aus meinen einfachen Karten die Patiencen der Berühmtheit, des Glamours und der Stars zu legen und alles wäre gut. Traurig und lustlos biss ich an meinem Knochen herum, die Fliegen an meinem Hundeteller interessierten mich nicht mehr. Ich schlief ein und träumte von seiner Wiederkehr. Er jedoch behauptete – mit welchem Recht auch immer –, ich müsse jetzt erwachsen werden, die Welt selbst ordnen lernen, die Jagd erlernen und vor allem die Liebe. Dabei scheiterte ich schon beim Schmetterling. Und kam schon gar nicht über die Acht hinaus.

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