Stefanie Höll Temporary Setup

Stefanie Höll [89]
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Ich trug sie tütenweise in meinem Maul nach Hause und E. kam überhaupt nicht mehr nach, das war auch meine Absicht, so konnte ich ihn länger bei mir halten. Doch nach einiger Zeit intensiver Gespräche und dem geduldigen Legen immer fragilerer Gebilde begann ich zu fühlen, dass sein Interesse nachließ, er sprach es nicht aus, doch es hing wie ein trister grauer Nebel zwischen uns und obwohl ich jedes mal freudig an ihm hochsprang, ihm meinen Knochen vor die Füße legte, ließ er sich zeitweise nur noch einmal im Monat blicken und verlängerte die Pausen zwischen seinen Besuchen in meinem geräumigen Apartment, dessen Gänge und Räume allerdings immer weniger zu betreten waren, immer mehr. Die Patiencen wurden fahrlässiger, schlampiger, manchmal warf er sie nur noch hin und ging. Ich war traurig. Was konnte ich nur tun, um das Ganze noch ein Weilchen zu verlängern, um das Kartenhaus meiner Illusion, von dem ich schon wusste, dass es bald zusammenfallen würde, noch etwas aufrechtzuerhalten? Ich legte mich vor die Türe, knurrte und biss ihm in die Knöchel, zupfte an seinen Schuhbändeln und zog an seinen Ärmeln.

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Stefanie Höll [87]
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Jedes Mal, wenn er zu mir an den großen grauen Tisch kam, redeten wir immer länger und intensiver über all das, was uns und unsere Welt betraf. Er erklärte mir, versuchte mir wenigstens zu erklären, was er denn mit seinen wunderschönen, autopoetischen Systemen ausdrücken wolle. Er hielt Vorträge über die unberechenbare Entwicklung unserer Patiencen, er redete über das Unvorhersagbare, die Unregelmäßigkeiten in den ästhetischen Nuancen, die sich zwischen Erklärbarem und Unaussprechlichem befanden. Ich fühlte, dass er mir etwas sagen wollte, durch die Blume gewissermaßen, schonend, zwischen den Zeilen, aber ich verstand nicht, was er meinte. Ich kreuzte meine Pfoten, hob die Augen, spitzte die Ohren und legte meinen Kopf schief. Sah ihn verständig an. Aber, ich war ein Hund, meine Nase reagierte nur auf etwas, das nach Fressen roch. Geistige Inhalte rochen nach nichts und das konnte ich nicht verstehen, so sehr ich mich auch bemühte. Er legte weiter und ich fing die Stubenfliegen, kratzte mich mit der Hinterpfote am Ohr.

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