Stefanie Höll Temporary Setup

Stefanie Höll [85]
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Doch nach einiger Zeit intensiver Gespräche und dem geduldigen Legen immer fragilerer Gebilde begann ich zu fühlen, dass sein Interesse nachließ, er sprach es nicht aus, doch es hing wie ein grauer trister Nebel zwischen uns. Irgendwann, das sah auch ich ein, würden wir es aufgeben müssen, sonst würde er sich zum Prostituierten machen, das wusste ich. Als dies alles absehbar wurde, bat ich ihn wedelnd, doch wenigstens all die Stapel der Kartenspiele, die neu waren und die ich extra für ihn besorgt hatte, zu Ende zu legen.

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Stefanie Höll [83]
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Ich lief durch die Wohnung, er folgte dem Geräusch, das meine Krallen auf dem Parkettboden machten und so führte ich ihn zu meinem größten Schatz. Es standen immerhin noch etwa sechsundachzigtausendvierhundert Tüten da, die durch ihn das Potential hatten, die Welt zu erklären, und nicht nur das, auch sie zu verändern, neue Ordnungen, neue Ansichten der Welt zu schaffen. E. hatte als einziger die Macht, mit seinen Solitär-Spielen nicht nur die verborgene Weltordnung zutage zu legen, nein, er beherrschte mittels kritischer Punkte und seinem exquisiten Wissen um nichtlineare Vorgänge den Zerfall von Systemen und intuitiv auch – deren Geburt.

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